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Monopol für alle

Ein Aufruf für eine unausweichliche kollektive Aneignung des Geländes der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein in Rothenburgsort durch Menschen aus Stadtteil und Stadt zu einem kulturellen, politischen, sozialen und praktischen Ort.

Rothenburgsort und Hamm Süd, sind aktuell das größte Stadtentwicklungsgebiet in Hamburg. Der Senat betreibt Stadtentwicklung durch die an Hand gabe von städtischen Grundstücken an die private Immobilienwirtschaft. Die im „Bündnis für die Quartiere“ versammelten Akteure haben die steg (Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft) als Projektmanager*In beauftragt. Diese soll die Entwicklungs-Planung gestallten und für Akzeptanz im Stadtteil sorgen. Der Forderung vieler, einen niedrigschwelligen Beteiligungsprozess aus dem Stadtteil zu organisieren wird nicht nachgegangen. stattdessen wird weiter an dieser Form der Stadtentwicklung festgehalten. Eines der ersten Projekte dieser Strategie ist der Abriss der Rothenburg, dem Stadtteilzentrum von Rothenburgsort. Dies geschieht ohne jegliches Angebot an annehmbaren Alternativen, obwohl zahlreiche Gebäude in der näheren Umgebung leer stehen.

Das Geländes der ehemaligen „Bundesmonopolverwaltung für Branntwein“ am Billwerder Neuer Deich 28 sollte für eine Kompensation ebendieser Fehlstellen als kulturellen, politischen, sozialen und praktischen Ort dem Stadtteil zugänglich gemacht werden. Es braucht diesen Ort gerade in Zeiten des Immobiliendruckes.

Das Häuserensemble der ehemaligen „Bundesmonopolverwaltung für Branntwein“ ist ein Ort mit Geschichte und Identifikationswert. Es befindet sich an einem wichtigen Knotenpunk in Rothenburgsort. An diesem urbanen Ort treffen Anwohner*Innen , Tourist*Innen, Besucher*innen des Elbradweges und die Nachbarschaft aus der HafenCity und Veddel aufeinander. Ganau hier soll durch Stadtteilzentrum, Lokale Betriebe, soziales Angebot, Ateliers und Studios, sowie einem interdisziplinären bottum up Planungslabor ein Möglichkeitsraum geschaffen werden, welcher sich dem Immobiliendruck entzieht. Dieser Raum soll es schaffen, dass die Anwohner*innen, Nachbar*innen und Besucher*innen sich an dem aktuellen Geschehen in Rothenburgsort beteiligen können. Es soll ein Begegnungsort werden, der unwahrscheinliche Begegnungen wahrscheinlicher macht. Dieser muss allen Menschen in Rothenburgsort zugänglich sein.

Das MONOPOL wird ein Ort, der in kollaborativer Praxis den Stadtteil vernetzt. Es wird ein Raum, der den Menschen aus Rothenburgsort durch ihre Alltagspraktiken erfahrbar wird. Das MONOPOL wird zu einem Ort der Repräsentation, zu einem erlebten- und gelebten Raum. Zu einem Raum der Unterschiede, die es geben muss um Neues zu generieren. Es wird ein Ort der ständigen Aushandlung, der Überraschung, der Innovation und des Zufalls.

Neben Stadtteilzentrum soll das MONOPOL noch weitere wichtige Angebote für den Stadtteil beherbergen- Lokale Betriebe schaffen Arbeitsplätze für die Nachbarschaft. Und Ateliers bieten Platz für Künstler*Innen, welche sonst häufig frühzeitig durch Stadtentwicklungsprozessen verdrängt werden. Durch das Abbilden von sozialem Angebot soll die Öffnung des MONOPOLs für alle garantiert werden. Das Planungslabor organisiert vor Ort eine niedrigschwellige ,differnte, kollaborative und unabhängige Planung der Nachbar*Innen, Anwohner*Innen und Besucher*Innen.

   

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